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Welt am Sonntag: Bordeaux 2009

Welt am Sonntag: Über den 2009er Bordeaux.

Am 16. Mai 2010 wurde Thomas Boxberger-von Schaabner in einem Artikel von Christian Göldenboog in der Welt am Sonntag über den Bordeaux Jahrgang 2009 erwähnt und zitiert (PDF, ca. 550 KB). Robert Parker wird kritisch beleuchtet. Der Autor war gemeinsam mit TBvS zum ersten Mal zu den Primeur-Verkostungen nach Bordeaux gereist. Gerne schicken wir Ihnen auf Wunsch auch eine PDF-Datei des Originalartikels zu. Schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an: info@extraprima.com.

Reaktionen auf den Artikel in der Welt am Sonntag ließen nicht lange auf sich warten.

Christian Göldenboogs Parker-kritischer Artikel in der Welt am Sonntag vom 16.05.2010 rief interessante Reaktionen hervor. Mario Scheuermann zeigte sich offenbar »entsetzt« und Hendrik Thoma stellte auf Facebook zwei Zitate aus meinen Verkostungsnotizen, die im Artikel erschienen, in Zweifel, indem er in seinem Forum fragte: »Was bitte schön ist eine strenge Tanninfärbung, die an einen südafrikanischen Wein erinnert und noch besser ein sprödes Edelstahltannin??«

Die Antworten seiner Jünger kamen prompt! Der eine »warf sich lachend auf den Boden«, von »groteskem Geschwätz«, »ausgemachtem Blödsinn« und mehr war die Rede.

Daraufhin habe ich Hendrik Thoma kurzerhand folgende E-Mail geschrieben:

Hallo Herr Thoma,

Ich habe den amüsanten Austausch auf Facebook über das Unverständnis der Zitate aus meinen Verkostungsnotizen zugemailt bekommen. Es geht um »strenge Tanninfärbung die an einen südafrikanischen Wein erinnert« und »ein sprödes Edelstahltannin«. Ehrlich gesagt war es mir nicht bewusst, dass ich so unverständlich schreibe. Da möchte ich natürlich nicht versäumen, Rede und Antwort zu stehen:

Mit dem spröden Edelstahltannin verhält es sich wie mit dem dicken Pfannekuchen. Der ist nämlich nicht aus Pfannen gemacht, sondern in Pfannen. Da die Pfanne hierbei eine formgebende Funktion einnimmt, wird der Pfannekuchen dicker, je mehr Teig man verwendet. Tannin kann rund und weich schmecken, aber eben auch hart oder spröde. Der Gärbehälter hat natürlich einen Einfluß auf das Gefüge und auf die Ausrichtung der Tannine. Es besteht ein großer Unterschied, ob ein Rotwein in Holz, Zement oder Edelstahl vergoren wird. Einerseits wegen dem reduktiven Umfeld, aber auch wegen der Temperaturführung und letztlich hat Edelstahl auch einen geschmacklichen Einfluß, insbesondere auf die Säurestruktur. Wir würden ja auch keinen Wein aus einem Edelstahlbecher trinken, weil wir intuitiv wissen, dass das nicht schmeckt. Wer das nicht nachvollziehen kann, der soll seinen schönen Rotwein ruhig mal statt in einer Glaskaraffe in den Kochtopf dekantieren!

Eine »Strenge Tanninfärbung die an einen südafrikanischen Wein erinnert« erklärt sich so: Die klimatischen Bedingungen in Südafrika sind bekannt. Lässt man die Trauben dort immer voll ausreifen, erhält man einen alkoholstarken, breiten, marmeladigen Wein. Meist werden südafrikanische Weine daher auch mit nicht ganz vollreif gelesenen Trauben »aufgefrischt«. Das »grünliche« Tannin gibt den Weinen diese »strenge Färbung«, die in Südafrika selbst getrunken, als Frische wahrgenommen wird. Genießt man solche Weine hierzulande, bleibt doch eher ein »grüner« Touch im Tannin zurück.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Boxberger-von Schaabner

Hier lesen Sie die Antwort von Hendrik Thoma:

Hi Thomas,

das ist prima und nun versteht man es besser. Macht so gesehen auch Sinn. Schade ist nur, dass ich diese Antworten nicht allen Gesprächsteilnehmern mitteilen kann. Einfach zu lang.

Danke für einfärbenden Worte, Hendrik